Implantat oder Brücke – was ist die bessere Lösung?

Implantate können dann, wenn ein Einzelzahn verloren gegangen ist, die Brücke ersetzen, weil sie nach dem Einheilen des Implantats die Krone tragen können. Eine Brücke hingegen wäre fast sofort nach dem Ziehen des verlorengegangenen Zahns möglich, ohne dass besonders lange gewartet werden müsste.

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Aber was ist die bessere Versorgungsvariante und warum ist das so?

Diese Frage lässt sich nicht pauschal beantworten. Es hängt von der individuellen Situation beim Patienten ab. Einige grundsätzliche Überlegungen lassen sich jedoch anstellen.

Bei der Brücke ist es immer notwendig, dass die Pfeilerzähne, die die Brücke rechts und links halten sollen, gesund, intakt und stabil sind. Im Falle einer Brücke werden diese Pfeilerzähne beschliffen, d.h. es wird gesunde Zahnsubstanz geopfert, um diese Zähne dann überkronen zu können, damit eine komplette Zahnreihe für den verlorengegangenen Zahn wieder möglich gemacht wird.

Zusätzlich ist zu bedenken, dass der Knochen, der unter dem Brückenglied liegt, sich im Laufe der Zeit nicht so verhält, als wenn es ständig belastet werden würde. Der Knochen atrophiert, entwickelt sich also zurück, weil die Druckbelastung fehlt.

Welche besonderen Situationen können bei Brücken entstehen?

Ganz besonders schwierig wird es dann, wenn eine Freiendsituation für einen verlorengegangenen Zahn entsteht, der am Ende der Zahnreihe stand und entfernt werden musste. Hier würden nun zwei davorliegende Zähne beschliffen werden, um die Freiendbrücke tragen zu können.

Die Belastung für die Pfeilerzähne ist ohnehin schon sehr stark. Im Falle einer Freiendbrücke noch stärker, weil hier gewissermaßen eine „Hebelwirkung“ für die Pfeilerzähne nicht ausbleiben kann.

Wäre das Implantat dann nicht die richtige Alternative bei Zahnverlust?

Wie jede andere chirurgische Maßnahme ist das Setzen eines Implantates ein Eingriff, der oftmals sehr hilfreich ist, dennoch auch seine Restrisiken hat, sodass man anlassbezogen mit dem Arzt abwägen muss, was die bessere Variante darstellt.

Implantate werden in einer kleinen Operation in das Knochengewebe eingebracht, verbleiben 3-4 Monate dort bevor dann die weitere Behandlung starten kann. Es leuchtet ja sehr ein, dass eine in den Körper eingebrachte künstliche Zahnwurzel Zeit braucht, um sich ganz mit dem umliegenden Knochengewebe zu verwachsen, so dass diese künstliche Zahnwurzel belastet und dann im Zuge der weiteren Behandlung mit einer Krone versehen werden kann.

Welche Voraussetzungen müssen denn für das Gelingen von Implantationen vorliegen?

Patienten müssen gesund sein, dürfen keinen übermäßigen Suchtpräferenzen nachgehen (Rauchen, exzessives Trinken) und brauchen eine ausreichende Knochenhöhe und -breite für das Implantat. Ist das Knochenangebot nicht ausreichend für die Implantation, kann der Aufbau des Knochens vorgeschaltet werden, um diese Voraussetzungen zu schaffen.

Welche Risiken gibt es bei Implantationen?

Wenn die obengenannten Grundvoraussetzungen vorliegen, besteht die Möglichkeit, sich mit einem Implantat versorgen zu lassen. Natürlich ist es wichtig, einen Zahnarzt zu wählen, der ausreichend Erfahrung im Setzen von Implantaten hat. Wie bei jedem chirurgischen Eingriff kann es während der Einheilphase des Implantats im Knochen vereinzelt zu Störungen im Knochengewebe kommen. Dies ist selten der Fall, weil das Setzen von Implantaten heute ein Standardeingriff mit sehr hoher Heilungschance geworden ist.

Kostenbetrachtungen Bücke versus Implantat

Die Aufwendungen für eine Regelversorgung mit einer Brücke sind in Bezug auf den Eigenanteil für den Patienten preisgünstiger als eine Implantat getragene Einzelkrone. In diesem Falle wird für das Implantat kein Zuschuss durch die Krankenkasse erfolgen, weil es nicht unter die Regelversorgung fällt.

Dennoch entscheiden sich 8 von 10 Patienten für die Implantat getragene Einzelkrone, weil die Mehrkosten durch die Vorteile dieser Versorgung mehr als aufgewogen werden.Es ist dann doch meist eine Entscheidung zugunsten von Qualität und vor allem konsequenterem Zahnerhalt.

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