Themenübersicht:
- Aufbau
- Symptome von Kiefergelenkschmerzen
- Auslöser für Kiefergelenkssymptome
- Bruxismus
- Ansprechpartner
- Therapieformen
Das Kiefergelenk ist eines der kompliziertesten Gelenke des menschlichen Körpers.
Das Zusammenspiel der knöchernen und knorpeligen Gelenkanteile, der Muskulatur und der Bänder und Sehnen ist im Normalfall in guter Funktion unauffällig und nicht spürbar.
Sollte eine Störung in einem oder mehreren Teilen dieses Funktionssystems auftreten, kann es zu Bewegungsblockaden und/oder Schmerzen kommen.
| Aufbau
Das Bild unten zeigt das Kiefergelenk mit seinen Anteilen in schematischer Darstellung. Das Kiefergelenksköpfchen bildet den oberen Abschluss des sogenannten „aufsteigenden Astes“ des Unterkiefers.
Es liegt in der Gelenkspfanne, die Teil der Schädelbasis ist. Umgeben von einer Kapsel liegt es so sicher gehalten von Bändern, Sehnen und in allen Richtungen angreifender Muskulatur. Anatomisch ergibt sich eine enge Lagebeziehung zum Außen-, Mittel- und Innenohr.
©Bild (leicht modifiziert) mit freundlicher Genehmigung von www.kfo-online.de
| Symptome von Kiefergelenkschmerzen
Schmerzen im Kiefergelenksbereich können ausgehen von Muskeln, Kapseln oder – wie in den meisten Fällen – von den Bandapparaten.
Verursacht sind sie meist durch Überdruck, chronische Fehlfunktion oder Trauma. Begleiterscheinungen wie Bewegungseinschränkungen oder Überbeweglichkeit sind häufig. In Ausnahmefällen können Ohrgeräusche („Tinnitus“) hervorgerufen werden.
| Auslöser für Kiefergelenkssymptome
- Auslöser für Kiefergelenkssymptome
- Störungen in der Verzahnung
- Zahnfehlstellungen
- Zu hohe/zu tiefe Füllungen
- Kronen oder Brücken, Prothesen (Zahnersatz)
- Zahnlücken
- Langdauernde Zahnbehandlungen
- Operation mit Überdehnung der Gelenke
- Unfälle
- Haltungsschäden
| Bruxismus
In der heutzutage von Stress-Situationen beherrschten Welt kommt immer häufiger das stressbedingte „Knirschen“ (Bruxismus) vor. Dabei werden vor allem nachts die Kiefer und Zähne aufeinander gepresst oder gerieben.
So können Knirschgeräusche produziert werden, die meist der Lebenspartner als Erster wahrnimmt. Der Betroffene selbst merkt – wenn überhaupt – morgens ein Spannungsgefühl in der Kaumuskulatur.
Wo im Normalbetrieb die Zähne in 24 Stunden lediglich max. 30 min. Kontakt untereinander haben ist dies beim Knirscher deutlich erhöht.
Die eigentliche nächtliche Ruhephase wird also nicht eingehalten.
| Ansprechpartner
Die Tatsache, dass Kiefergelenkssymptome häufig zahnverknüpft sind, bringt als ersten Ansprechpartner den Zahnarzt oder den Mund-Kiefer-Gesichts-Chirurgen ins Spiel. Häufig muss das gesamte Kausystem untersucht, beurteilt und behandelt werden.
| Therapieformen
| Schonung | z.B. wenig harte und krustige Nahrung |
| Stressabbau | ruhiger erholsamer Schlaf, evtl. Autogenes Training |
| Schlafhaltung | idealerweise Rückenlage mit nicht zu hohem Kissen |
| Muskelübungen | zur Lockerung und Aktivierung |
| Physikalische Therapie | mit Wärme oder Kälte, je nach Situation |
| Schienentherapie | wird mit Kunststoffschienen, die Sie herausnehmen können, durchgeführt. Die Schiene soll die Stellung des Kiefergelenkes günstig beeinflussen und zu einer Entlastung des Kausystems führen. Dies ist die häufigste Form der Therapie |
Nachbardisziplinen, wie Krankengymnastik und Physiotherapie können evtl. unterstützend tätig werden und positiven Einfluss nehmen.
Unter Umständen sind hochkomplexe Diagnoseverfahren, wie Kernspintomographie oder Gelenkspiegelung nötig. Das Hinzuziehen einer Universitätsklinik ist in manchen Fällen ratsam.
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| Bild mit freundlicher Genehmigung von Firma Straumann |


