Themenübersicht:
- Was sind Zahnimplantate?
- Einsatzmöglichkeiten Zahnimplantate
- Zahnersatz
- Voraussetzungen / Risiken
- Behandlungsablauf
- Nachkontrollen, Mundhygiene
| Was sind Zahnimplantate?
Zahnimplantate sind künstliche Zahnwurzeln, mit meist schraubenförmigem oder zylindrischem Design. Sie werden in den Kieferknochen eingepflanzt, um verlorengegangene Zähne zu ersetzen.
Zahnimplantate übernehmen die gleiche Funktion wie die eigenen Zahnwurzeln. Direkt mit dem Knochen verwachsen, tragen sie Zahnersatz wie Kronen und Brücken, oder können herausnehmbaren Zahnersatz sicher verankern.
Zahnimplantate werden seit etwa 50 Jahren eingesetzt und sind seit längerem als gesicherte Therapieform anerkannt. Betrachtet man die vergangenen 15 Jahre, so liegt die Erfolgsquote mittlerweile bei über 95%. In Deutschland werden derzeit jedes Jahr rund 200.000 Zahnimplantate eingesetzt, Tendenz steigend. Fast alle Zahnimplantate bestehen heute aus Titan, einem hochreinen Metall, dass besonders gewebefreundlich („biokompatibel“) ist und mit dem Knochen einen sicheren Verbund bildet („Osseointegration“).
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Bild mit freundlicher Genehmigung von www.implantate.com |
| Die Bestandteile eines Zahnimplantates | |
| Einsatzmöglichkeiten Zahnimplantate
Zahnimplantate können verloren gegangene Zähne ersetzen. Verschiedene Einsatzmöglichkeiten bieten sich an:
- Zum Ersatz einzelner, fehlender Zähne (Einzelzahnlücke)

- Zum Ersatz mehrerer hintereinander fehlender Zähne (Schaltlücke)

- Zum Ersatz mehrerer fehlender Zähne in einer Kieferhälfte (Freiendlücke)

- Zum Ersatz aller fehlenden Zähne in einem Kiefer (zahnloser Kiefer)

| Zahnersatz
Der Zahnersatz, der sich auf den Zahnimplantaten abstützt, kann fest sitzend sein (z.B. implantatgetragene Kronen oder Brücken)
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Bilder mit freundlicher Genehmigung von Firma Straumann |
| Einsatz der fertigen Kronen auf den eingeheilten Zahnimplantaten | ||
oder abnehmbar (implantatgetragene Teil-/Vollprothesen)
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Bilder mit freundlicher Genehmigung von Firma Straumann |
| Prothese auf Stegen | Prothese auf Druckknopfankern |
| Voraussetzungen / Risiken
Grundsätzlich sollte ein Patient gesund und für eine Implantation geeignet sein. Es gibt gewisse gesundheitliche Risiken, die eine Implantation gefährden können. Dazu gehören
- Allgemeine Gesundheitsrisiken (v.a. Herz-/Kreislauferkrankungen)
- Parodontitis-Erkrankungen
- Diabetes
- Geschwächte Immunabwehr
- Psychische Erkrankungen
Weiterhin können Alltäglichkeiten, wie etwa übermäßiger Alkohol- und Nikotingenuss, sowie eine unzureichende Mundhygiene die Implantatversorgung dauerhaft gefährden.
Heutzutage sind die gesundheitlichen Risiken jedoch meist gut kontrollier- und kalkulierbar, so dass eine Implantation auch im hohen Alter noch möglich ist.
Um eine künstliche Zahnwurzel eingliedern zu können muss ein qualitativ und quantitativ ausreichendes Knochenangebot zur Verfügung stehen. Ist dieses nicht ausreichend vorhanden, kann in vielen Fällen der Knochenbereich im Vorfeld oder simultan mit der Implantation aufgebaut werden. Verschiedenste Verfahren kommen hierbei zum Einsatz:
- Aufbau mittels Eigenknochenspänen und/oder Knochenersatzmaterial
- Aufbau mittels transplantierter Knochenblöcke (Knochentransplantate)
- Aufbau/Umbau der Basis der Kieferhöhle zur Implantation („Sinusliftoperation“)
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Bilder mit freundlicher Genehmigung von www.implantate.com |
| Querschnitt durch Kiefer und Kieferhöhle | Nach Sinuslift und eingesetztem Implantat |
| Behandlungsablauf
Am Anfang einer Implantatbehandlung steht die Beratung und eine ausführliche Diagnostik durch den Zahnarzt. Hierzu ist eine sorgfältige Untersuchung der Mundhöhle und ein Abtasten der Schleimhaut- und Knochenverhältnisse notwendig.
Zusätzlich werden Gipsmodelle der Kiefer sowie Röntgenbilder angefertigt. In schwierigen Fällen und bei fortgeschrittenem Knochenverlust ist es oft sinnvoll, zusätzlich ein Computertomogramm (CT) oder ein Digital-Volumen-Tomogramm (DVT) anzufertigen, um eine dreidimensionale Darstellung der Knochenverhältnisse und umliegender Strukturen (Nervverläufe, Ausdehnung der Kieferhöhle) zu erhalten. Eine erneute Beratung durch den Zahnarzt über die gewonnenen Erkenntnisse und die sich bietenden Möglichkeiten mit Informationen über die notwendigen Investitionen schließen die Vorbehandlung ab. Der eigentliche Implantationseingriff wird in den meisten Fällen in lokaler Betäubung durchgeführt. Dabei wird zunächst das Zahnfleisch eröffnet und der Knochen an der gewählten Stelle zugängig gemacht. Unter Zuhilfenahme einer Bohrschablone wird der Knochen zur Aufnahme des Zahnimplantates aufbereitet. Heutzutage kommen hauptsächlich sogenannte Schraubenimplantate mit einem schraubenförmigen Gewinde zum Einsatz. Das Implantat wird nun in das aufbereitete Implantatlager eingeschraubt und das Zahnfleisch wieder dicht vernäht.
Bilder mit freundlicher Genehmigung von www.implantate.com
Nun folgt die Zeit der Einheilung, die je nach Situation 2 bis 6 Monate (in wenigen Ausnahmen auch länger) dauern kann. Durch die ständigen An- und Abbauvorgänge der Körperzellen wird das Implantat im Knochen integriert. Wenn das Implantat sicher eingeheilt ist, kann es belastet und der endgültige Zahnersatz auf dem Implantat befestigt werden.
Sind die Zahnimplantate eingeheilt und belastbar, nimmt der Zahnarzt Abdrücke, um Kiefermodelle herstellen zu können. Darauf wird im zahntechnischen Labor der Zahnersatz gefertigt. Am Ende der Behandlung erhält der Patient seinen Zahnersatz auf Zahnimplantaten.
Formularwesen vor einer Implantatbehandlung:
| Nachkontrollen, Mundhygiene
Wenn die Implantatplanung stimmt, liegt es jetzt in der Hand des Patienten, wie lange der Zahnersatz hält. Nur kontinuierliche, gute Pflege sichert den langfristigen Erfolg der Zahnimplantate. Ein- bis zweimal pro Jahr sollte die häusliche Pflege durch eine professionelle Zahnreinigung und durch Prophylaxemaßnahmen beim Zahnarzt unterstützt werden.
So können auch hartnäckige bakterielle Beläge, die der häuslichen Mundhygiene nicht zugänglich sind, wirkungsvoll entfernt werden.
Ein gesundes Zahnfleisch ist Voraussetzung und Garant für eine langfristige Haltbarkeit Ihres Zahnimplantates.
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| Bild mit freundlicher Genehmigung von Firma Straumann |









